Wasserknappheit: Wie können wie mehr Wasser sparen?

Wasser ist Leben. Es ist die wertvollste Ressource auf unserer Erde. In den letzten Jahren haben wir jedoch gemerkt, dass Wasser immer knapper wird. Durch den Klimawandel werden Sommer heißer, Regen zeigt sich dagegen nur noch selten. Unter anderem führt die lange andauernde Dürre zu Ernteausfällen.

In anderen Teilen der Welt sorgt der Klimawandel für noch deutlichere Zeichen. Während Gletscher und Polkappen abschmelzen, fehlt in einigen Regionen schlichtweg das Wasser. Was bedeutet die Wasserknappheit für uns in Zukunft und was können wir dagegen tun?

Wie funktioniert der Wasserkreislauf?

Grafik des Wasserkreislaufs

Bevor wir uns mit den Ursachen der Wasserknappheit beschäftigen, schauen wir uns einmal an, wie das Ökosystem rund ums Wasser funktioniert. Die Rede ist vom Wasserkreislauf.

Prinzipiell kann Wasser nicht verloren gehen, es wird lediglich von der Natur umverteilt. Dabei kann es auch seinen chemischen Zustand ändern, z. B. von flüssig zu gasförmig.

Ein wichtiger Bestandteil des Wasserkreislaufs ist die Sonne. Sie dient sozusagen als Antreiber des Kreislaufs. Genauer gesagt wärmt die Sonne das Wasser an der Erdoberfläche auf, zum größten Teil das Meerwasser. Durch die Wärme verdunstet das Wasser nun zu Wasserdampf, der nach oben steigt. Auf diese Weise bilden sich Wolken am Himmel.

Anschließend treibt der Wind die Wolken Richtung Festland, wo sie kondensieren. Hier kommt das Wasser in Form von Regen, Hagel oder Schnee wieder auf den Boden und sammelt sich in Flüssen oder im Grundwasser. Später münden die Flüsse und das Grundwasser ins Meer, sodass sich der Kreislauf schließt

Wie entsteht Wassermangel?

Foto eines ausgetrockneten Sees durch Wassermangel

Generell kann man den Wassermangel nicht auf einen Grund zurückführen. Es gibt mehrere Ursachen, die zur Wasserknappheit führen.

Im Allgemeinen ist die Oberfläche unserer Erde zu 70 Prozent mit Wasser bedeckt. In Summe entspricht das etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasser. Zwar hört sich das im ersten Moment nach einer großen Menge an, allerdings sind davon ca. 97 Prozent Salzwasser.

Außerdem sind von den 3 Prozent Süßwasser wiederum nur 1 Prozent leicht zugänglich. Im Endeffekt bleibt uns also nur ein Bruchteil der gesamten Wassermenge übrig.

Die stark wachsende Weltbevölkerung

Die begrenzte Menge an Wasser muss natürlich unter der gesamten Weltbevölkerung aufgeteilt werden. Und da die Bevölkerung stetig wächst, entsteht ein immer größerer Wasserbedarf.

Zum Vergleich: Im Jahre 1950 lebten ca. 2,5 Milliarden Menschen auf der Erde. 2050 werden es voraussichtlich 9,7 Milliarden Menschen sein. Es ist klar, dass die Wasserkapazität ab einem gewissen Punkt an ihre Grenzen stößt.

Der schnell voranschreitende Klimawandel

Foto eines rostenden Schiffs auf einem ausgetrockneten See

Eine der Hauptursachen für Wasserknappheit ist besonders der Klimawandel. Heutzutage bekommen wir die Auswirkungen der Erderwärmung immer mehr zu spüren. Wasserquellen versiegen, Flüsse und Seen trocknen aus. Das beste Beispiel ist der Aralsee.

Zusätzlich Spielen geologische Faktoren eine Rolle. Das Wasser ist auf unserer Erde relativ ungleich verteilt. Während in einigen Regionen Trockenheit herrscht, haben andere Gebiete mit Überflutungen zu kämpfen.

Vor allem die Länder rund um den Äquator leiden stark an einem Wassermangel. Hinzu kommen Wetterextreme, die die angespannte Situation weiter verschärfen. Parallel dazu sinkt der Grundwasserspiegel in nahezu allen Teilen der Welt.

Steigende Produktion und mehr Konsum

Wusstest du, dass in Deutschland ungefähr 70 Prozent des Wassers von der Industrie genutzt wird. In der Landwirtschaft sind es weitere 14 Prozent.

Grundsätzlich hängt der Wasserverbrauch stark von unserem Konsum zusammen. Und da wir Schritt für Schritt mehr konsumieren, nimmt auch die Wassernachfrage der Industrie und Landwirtschaft zu. Gleichzeitig verkürzt sich Produktlebenszyklus, sodass wir öfter neue Produkte kaufen.

Wasserverschmutzung durch Industrie & Landwirtschaft

Foto von mit Öl verschmutztem Wasser

Mit Blick auf die Wasserknappheit ist neben dem Verbrauch ebenfalls die Wasserverschmutzung ein wichtiger Aspekt. Denn sogar wenn Wasser vorhanden ist, muss das noch lange nicht bedeuten, dass wir es problemlos trinken können.

Prinzipiell wird bei der Produktion von Gütern eine erhebliche Menge an Wasser verschmutzt. Unter anderem setzt man in der Landwirtshaft Pflanzenschutzmittel ein, die anschließend ins Grundwasser gelangen.

Zudem können Industrieabfälle, wie z. B. Schmieröl, das Wasser verschmutzen. In Überschwemmungsgebieten ist das Wasser auch oft mit Schadstoffen belastet. Insbesondere in warmen Regionen ist Wasser anfällig für Krankheitserreger, weil sich die Bakterien durch die hohe Temperatur schnell vermehren.

Was sind die Folgen der Wasserknappheit?

Der Wassermangel hat praktisch auf der gesamten Welt weitreichende Folgen. Geschätzt hat bis heute ein nahezu Drittel der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser. Dabei stehen meist ländliche Regionen vor dem Problem der Wasserknappheit.

Die Erderwärmung beschleunigt diesen Prozess weiter. Pflanzen und Tiere, die hauptsächlich in Wassergebieten zu Hause waren, sterben aus. Dadurch geht die Artenvielfalt des blauen Planeten verloren. Insgesamt sind weitere extreme Wetterereignisse zu erwarten.

Darüber hinaus hat die Wasserknappheit gesellschaftliche Auswirkungen haben. Da der Besitz von Wasser nicht genau geregelt ist, könnten Konflikte mit Blick auf die Wasserverteilung entstehen. In einigen Ländern hat der Kampf ums Trinkwasser bereits begonnen.

Wie hoch ist der durchschnittliche Wasserverbrauch?

Foto mehrerer Wasseruhren zur Bestimmung des Wasserverbrauchs

In Deutschland ist die Lage rund um das Thema Wasser relativ entspannt. Von den knapp 190 Milliarden Kubikmeter Wasser, die uns jährlich zu Verfügung stehen, verbrauchen wir weniger als ein Fünftel. Genau genommen hat Deutschland einen Wasserverbrauch von 33 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.

Wasserverbrauch pro Person in Deutschland

Im Schnitt liegt der Wasserverbrauch pro Person bei ca. 120 Litern am Tag. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt das einen Konsum von über 40 Kubikmetern Trinkwasser. Demnach muss eine Familie mit 4 Personen von einem jährlichen Verbrauch von mindestens 160 Kubikmetern Wasser ausgehen.

Wichtig ist, dass diese Kennzahlen nur den direkten Wasserkonsum abbilden. Das ist das Wasser, welches tatsächlich aus dem Hahn fließt. Daneben müssen wir noch den indirekten bzw. virtuellen Wasserverbrauch mit einbeziehen. Dieser bezeichnet die Wassermenge, die man zur Herstellung eines Produkts benötigt.

Abgeleitet vom Begriff des ökologischen Fußabdrucks sprechen wir hier vom Wasserfußabdruck. Um unseren Wasserfußabdruck zu bestimmen, addieren wir den virtuellen Verbrauch aller Güter auf, die wir im Alltag benutzen. Das können Lebensmittel, Kleidung, aber auch Gegenstände wie das Smartphone sein.

Als Beispiel hat 1 Kg Kartoffeln einen Wasserfußabdruck von rund 200 Litern. Dagegen benötigt 1 Kg Rindfleisch ganze 15000 Liter virtuelles Wasser. Übrigens ist die beliebte Avocado ebenfalls sehr durstig. 1 Kg der grünen Frucht verbraucht um die 1000 Liter Wasser beim Anbau.

Nach dem Konzept des Wasserfußabdrucks hat jeder von uns einen Verbrauch von durchschnittlich 4000 Litern Wasser pro Tag. In einem Jahr beträgt der  Wasserkonsum also fast 1500 Kubikmeter pro Kopf. Das ist eine Menge, die bestimmt kaum jemand erwartet hatte.

Wasserverbrauch im Haushalt

Generell befinden sich im Haushalt die größten Posten, wenn es um unseren Wasserverbrauch geht. Durch die zahlreichen Geräte und Sanitäranlagen fließen etliche Liter Wasser durch unsere Leitungen. Wie verteilt sich unser Wasserkonsum genau im Haushalt?

Wie viel Wasser verbrauche ich unter der Dusche?

Foto einer Handbrause zur Bestimmung des Wasserverbrauchs in der Dusche

Egal ob morgens oder abends, es geht kaum etwas über eine erfrischende Dusche. Obwohl wir meist nicht lange unter der Dusche stehen, kommt doch einiges an Wasser zusammen. Neben der Zeit, in der man das Wasser laufen lässt, kommt es vor allem auf die Art des Brausekopfs an.

Bei einem normalen Duschkopf musst du mit einem Verbrauch von etwa 15 Litern Wasser pro Minute rechnen. Nach 5 Minuten sind das alleine schon 75 Liter. Jetzt schaust du nur, wie oft du pro Woche duschst, sodass du die Menge auf einen Tag herunterbrichst.

Apropos, den genauen Wasserverbrauch deiner Dusche kannst du ganz einfach bestimmen. Nimm den Duschkopf und stecke ihn in einen 10 Liter Eimer. Drehe den Hahn auf und fülle den Einer bis zur Markierung.

Parallel dazu misst du die Zeit, die der Brausekopf benötigt, um den Eimer vollständig zu befüllen. Teile nun die Zahl 600 durch die gemessene Zeitspanne und du erhältst dein Wasserfluss je Minute.

Wie hoch ist die Füllmenge einer Badewanne?

Foto einer Badewanne zur Bestimmung des Wasserverbrauchs

Als Alternative zum Duschen bietet sich immer ein entspanntes Bad an. Hierbei entspricht der Wasserverbrauch hauptsächlich der Füllmenge der Badewanne.

Je nach Modell und Größe passen im Schnitt 150-200 Liter Wasser in eine Badewanne. Für ein Vollbad hast du insgesamt also einen zwei- bis dreifachen Wasserbedarf.

Wenn du zwischenzeitlich warmes Wasser nachlässt, ist der Verbrauch sogar noch höher. Deshalb lohnt sich die Dusche in der Regel mehr, nicht nur aus der wirtschaftlichen, sondern aus der ökologischen Sicht.

Welche Wassermenge benötigt eine Waschmaschine?

Foto einer Waschmaschine zur Bestimmung des Wasserverbrauchs

Waschmaschinen sind im wahrsten Sinne des Wortes echte Wasserschlucker. In erster Linie achtet man beim Kauf einer neuen Maschine häufig auf die Energieeffizienz, lässt den dazugehörigen Wasserverbrauch aber außen vor.

Im Allgemeinen lässt sich wegen der Vielfalt an Modellen schwer ein Durchschnittswert bilden. Allerdings gilt: Je älter das Modell ist, desto mehr Wasser benötigt die Maschine für einen Waschgang.

Während die heutigen Maschinen bei einen Bedarf von 45 Litern pro Waschgang starten, kommen ältere Modelle schnell auf das Doppelte. Bereits nach 5 Jahren Nutzung erhöht sich der Wasserverbrauch einer Waschmaschine erheblich.

Spülmaschine verwenden oder besser per Hand abwaschen?

Foto einer Person beim Abspülen von Tellern

Lohnen sich Spülmaschinen wirklich oder ist es besser, mit Hand abzuspülen. In vielen Fällen ist tatsächlich die Spülmaschine die bessere Wahl, nur bei kleinen Mengen an Geschirr ist das händische Abspülen sinnvoller.

Genauso wie bei Waschmaschinen ist der Wasserverbrauch von Geschirrspülern abhängig vom Alter und Modelltyp. Zusätzlich spielt das gewählte Spülprogramm eine Rolle. Erfahrungsgemäß verbrauchen neue Geräte pro Spülgang eine Wassermenge von mindestens 6 Litern.

Dagegen sind bei älteren Maschinen teilweise mehr als 15 Liter Wasser notwendig. Setzt man z. B. einen 10 Jahre alten Geschirrspüler in Relation zu einem aktuellen Modell, kann der Wasserbedarf um bis zu 40 Prozent höher liegen.

Welchen Wasserbedarf hat eine Toilettenspülung ?

Foto einer Toilette zur Bestimmung des Wasserverbrauchs

Die Toilettenspülung wir oftmals unterschätzt, macht aber dennoch einen nennenswerten Anteil am täglichen Wasserverbrauch aus. Rund 30 Liter Wasser strömt jeden Tag aus unserem Spülkasten. Dabei müssen wir erneut zwischen den einzelnen Spülsystemen unterscheiden.

Genauer gesagt weisen herkömmliche Spülkästen eine Wasserbilanz von mindestens 9 Litern pro Spülung auf. Auf der anderen Seite schaffen es modernere Spülkästen, die Menge auf lediglich 3 Liter zu senken. Hinzu kommen Spartasten, mit denen du das Wasser genauer dosieren kannst.

Mit diesen Tipps mehr Wasser sparen

Aus den oberen Beispielen wird deutlich, dass wir im Alltag oft auf mehr Trinkwasser als notwendig zurückgreifen. Wie können wir nun mehr Wasser sparen?

Im Prinzip ist das leichter als gedacht. Mit bereits wenigen Handgriffen kannst du deinen Wasserverbrauch spürbar reduzieren. Das hilft nicht nur dem Umwelt, sondern schont auch deinen Geldbeutel. Gerade im Haushalt ist viel Einsparpotential gegeben.

Das fängt schon bei der Ernährung an. Generell kannst du von Lebensmitteln Abstand nehmen, die besonders wasserintensiv in der Herstellung sind. Wusstest du, dass in 1 Kg Reis mehr als 3000 Liter Wasser stecken? Versuche, deinen Wasserfußabdruck möglichst klein zu halten.

Setze außerdem auf effizientere Haushaltsgeräte wie beispielsweise einen Duschkopf mit Sparfunktion. Dadurch halbierst du die Wassermenge beim Duschen. Beim Einseifen oder Zähneputzen ist es hilfreich, das Wasser nicht die ganze Zeit laufen zu lassen.

Darüber hinaus empfehlen wir dir, deine Waschmaschine immer voll zu beladen und bei Bedarf auf das Vorwaschprogramm zu verzichten. Für den nächsten Spülgang kannst du beim Geschirrspüler den Eco-Modus einstellen.

Fazit

Aktuell sind wir in Deutschland nicht von einer Wasserknappheit betroffen. Ganz im Gegenteil, Wasser ist praktisch im Überfluss vorhanden. Von einem Wassermangel sind wir also noch weit entfernt.

Trotzdem sollten wir uns Gedanken über unseren Wasserverbrauch machen. Es gibt viele Lösungen, wie wir die kostbare Ressource effektiver einsetzen, um damit einer Wasserknappheit vorzubeugen. Jetzt müssen wir nur aktiv werden.