Der komplette Wasser Guide – Alle 8 Wasserarten im Überblick

Trinkst du gerne Leistungswasser oder lieber Mineralwasser? Vielleicht ist es doch eine komplett andere Sorte? Von außen lässt sich der Unterschied nicht erkennen, aber Wasser ist nicht gleich Wasser.

Grundsätzlich unterscheidet sich jede Wasserart in ihrer Zusammensetzung und Herkunft. Tafel- und Quellwasser mögen im ersten Moment ähnlich klingen, sind in der Realität jedoch zwei verschiedene Paar Schuhe. Hinzu kommen noch Heilwasser und weitere Sorten.

Bei den zahlreichen Wasserarten kann man schnell den Überblick verlieren. Deshalb findest du hier einen Vergleich aller Wassersorten und ihren Merkmalen. Am Ende weist du dann genau, was in deinem Wasser steckt.

1. Mineralwasser

Foto von einem Trinkglas mit Mineralwasser

Das Mineralwasser ist seit langer Zeit der Klassiker unter den Wasserarten. Kein andere Sorte wird so oft verkauft wie das natürliche Mineralwasser. Wie der Name schon sagt gilt es als reines Naturprodukt.

Den Ursprung hat Mineralwasser im Regenwasser, das durch die einzelnen Gesteinsschichten der Erde sickert. Dabei reichert sich das Wasser mit einer Vielzahl an Mineralien und Spurenelementen an. Zusätzlich wird es von Schadstoffen bereinigt.

Insgesamt kann dieser Prozess mehrere Jahre dauern. Deshalb liegen die Quellen teilweise in mehreren 100 Metern Tiefe. Aus diesen unterirdischen Vorkommen fördert man schließlich das Mineralwasser.

Im Allgemeinen ist Wasser ein sehr streng kontrolliertes Lebensmittel. Natürliches Mineralwasser ist praktisch das einzige Lebensmittel, das eine amtliche Anerkennung benötigt. Im Verfahren muss das Wasser mehr als 200 Einzeluntersuchungen bestehen.

Welche Auflagen für natürliches Mineralwasser gelten, sind in Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) festgelegt. Unter anderem muss das Wasser direkt an der Quelle abgefüllt werden. Auf diese Weise möchte man die Reinheit des Wassers sichern und Verunreinigungen vorbeugen.

Weiterhin darf der Hersteller die Zusammensetzung des Mineralwassers nur geringfügig ändern. Genauer gesagt kann er dem Wasser die Stoffe Eisen und Schwefel entziehen. Bei Bedarf kann er das Wasser noch mit Kohlensäure versetzen. Andere Zusätze sind nicht erlaubt.

Darüber hinaus muss Produzent sicherstellen, dass sich die Inhaltsstoffe nicht ändern. Damit möchte man eine gleichbleibende Qualität des Wassers garantieren. Da jede Quelle nur einmal vorkommt, ist auch jedes Mineralwasser einzigartig.

Mit Blick auf die Kohlensäure ist natürliches Mineralwasser in 3 Kategorien unterteilt. Auf der Flasche wirst du immer einen dieser Schriftzüge finden.

Natürliches kohlensäurehaltiges Wasser

In diesem Fall enthält das Wasser die gleiche Art und Menge an Kohlensäure wie aus der Quelle.

Natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure versetzt

Hier ist das Mineralwasser mit mehr Kohlensäure als ursprünglich versetzt. Dennoch stammt das Kohlendioxid aus der gleichen Quelle.

Natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt

Bei diesem Wasser stammt das Kohlendioxid aus anderer Herkunft.

2. Quellwasser

Foto von einem Bach mit Quellwasser

Genauso wie natürliches Mineralwasser stammt Quellwasser oder auch Brunnenwasser aus unterirdischen Quellen. Hier sind die gesetzlichen Anforderungen sind die etwas lockerer.

Der wesentliche Unterschied zu Mineralwasser ist, dass das Quellwasser keine amtliche Anerkennung erfordert. Laut der Mineral- und Tafelwasserverordnung muss der Hersteller die ursprüngliche Reinheit ebenfalls nicht garantieren. Deshalb darf die Zusammensetzung von Quellwasser schwanken.

Trotzdem muss das Wasser direkt am Quellort abgefüllt werden. Insgesamt muss das Quellwasser mindestens der Qualität von Trinkwasser entsprechen.

3. Tafelwasser

Foto von einem Trinkglas mit Tafelwasser

Tafelwasser ist anders als Mineral- und Quellwasser nicht an eine bestimmte Quelle gebunden. Im Prinzip ist es kein Naturprodukt, sondern ein industriell hergestelltes Gemisch aus verschiedenen Wassersorten. Die Trinkwasserverordnung erlaubt unter anderem die folgenden Arten:

  • Mineralwasser
  • Meerwasser
  • Trinkwasser
  • Natursole

Dabei kann der Hersteller das Mischungsverhältnis nach Belieben festlegen. Außerdem darf er noch Kohlensäure und andere Mineralstoffe wie z. B. Kochsalz hinzufügen.

Zwar sind die gesetzlichen Anforderungen an Tafelwasser geringer, allerdings muss es die Vorschriften von Trinkwasser einhalten. Beispielsweise können Restaurants das Tafelwasser in Zapfanlagen ausschenken.

4. Trinkwasser

Foto von einem Wasserhahn und einem Glas mit Trinkwasser

Trinkwasser bzw. Leitungswasser kommt bei uns täglich aus dem Wasserhahn. Wir benutzen es nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Kochen und Waschen.

Generell besteht Trinkwasser aus zwei Dritteln Grundwasser und einem Drittel Oberflächenwasser, wobei das Oberflächenwasser überwiegend aus Seen, Flüssen und Talsperren stammt. Von dort aus gelangt es zum naheliegenden Wasserwerk.

Trinkwasser ist mit Abstand die Wassersorte, die wir am meisten verbrauchen. Daher muss das Wasser einen gewissen Reinheitsgrad erfüllen. In der Folge bereitet der Wasserversorger das Wasser auf, um alle schädlichen Stoffe zu entfernen.

Teilweise darf er dazu chemische Behandlungsverfahren anwenden. Beispielsweise kann er Chlor als Desinfektionsmittel einsetzen. Durch regelmäßige Prüfungen wird am Ende sichergestellt, dass alle Grenzwerte eingehalten werden.

Vom Wasserwerk gelangt das Wasser schließlich zu uns nach Hause. Dabei ist der Versorger für die Qualität des Leitungswassers bis zur Übergabe an der Wasseruhr verantwortlich. Ab diesem Punkt übernimmt der Hauseigentümer die Verantwortung.

5. Heilwasser

Foto von einem Trinkglas mit Heilwasser

Für Heilwasser gelten in Deutschland bei Weitem die strengsten Auflagen. Genau genommen gilt Heilwasser als Arzneimittel, sodass es vor dem Verkauf durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen werden muss.

Allgemein muss der Hersteller eine medizinische Wirkung des Wassers nachweisen. Denn das Heilwasser dient in erster Linie dazu, Erkrankungen vorzubeugen und Beschwerden zu lindern.

Vom Herstellungsprozess unterscheidet sich das Heilwasser kaum zum Mineralwasser. Das Wasser wird einer Quelle entnommen und direkt vor Ort abgefüllt. Spezielle Mineralstoffe sorgen dann für die therapeutische Wirkung des Heilwassers. Je nach Inhaltsstoffen schmeckt das Getränk ein wenig salzig, bitter oder metallisch.

6. Was ist Sodawasser?

Foto von einem Sodasiphon und einem Glas mit Sodawasser

Bei dem Begriff Sodawasser denkst du wahrscheinlich auch direkt an Mineralwasser, stimmts? Tatsächlich hat Soda in nahezu jedem Land eine andere Bedeutung. Beispielsweise gilt Sodawasser in englischsprachigen Ländern als Limonade. Da ist Verwirrung vorprogrammiert.

Zwar verwenden wir Soda und Mineralwasser gewöhnlich als Synonyme, allerdings gibt es zwei Unterschiede.

Zuerst einmal besteht Sodawasser nicht aus Mineral- sondern aus Tafelwasser. Dabei muss das Wasser mit Kohlensäure versetzt sein. Im letzten Schritt wird dem Tafelwasser etwas Hydrogencarbonat zugegeben. Dann ist das Soda fertig.

Grundsätzlich ist der Name „Sodawasser“ in Deutschland durch die Mineral- und Trinkwasserverordnung geregelt. Echtes Sodawasser muss eine Menge von mindestens 570 mg Hydrogencarbonat pro Liter Wasser enthalten. Wie oben bereits angesprochen, unterscheiden sich die Definitionen von Soda je nach Region stark.

Heutzutage ist richtiges Sodawasser nur noch schwer zu bekommen. Unter anderem liegt das an der geringen Nachfrage. Daher ist originales Soda nicht gerade günstig.

7. Sprudelwasser

Foto von einem Trinkglas mit Spudelwasser

Ganz einfach gesagt kann man Sprudelwasser als kohlensäurehaltiges Wasser bezeichnen. Sprudelwasser muss aber nicht ausschließlich Mineralwasser sein.

Du kannst es genauso aus Trinkwasser selber machen. Dazu eignen sich vor allem Wassersprudler. In diesem Fall gibst du das Kohlendioxid mithilfe einer CO2-Kartusche nachträglich ins Leitungswasser.

Generell hat Sprudelwasser eine lange Haltbarkeit. Das liegt an der Kohlensäure, die als Konservierungsmittel dient. Sie verhindert, dass sich im Wasser Keime bilden. Dieses Prinzip wendet man bereits seit Hunderten von Jahren an.

8. Stilles Wasser

Foto von zwei Trinkgläsern mit stillem Wasser

Stilles Wasser ist ein Begriff, der oft mit Leitungswasser verwechselt wird. Auf den ersten Blick schein das plausibel, weil das Kranwasser ohne Kohlensäure aus dem Hahn fließt.

In Wirklichkeit ist jedoch natürliches Mineralwasser mit wenig bis keiner Kohlensäure gemeint. Wie hoch der CO2-Gehalt im stillen Wasser maximal sein darf, ist gesetzlich nicht festgelegt.

Bei der Herstellung kann das Wasser schon von Natur aus still sein oder dem Mineralwasser wird das überschüssige Kohlendioxid entzogen. Im Vergleich zu Sprudelwasser ist stilles Wasser anfälliger für Keine und damit wesentlich kürzer haltbar.

Welche Wasser ist das Beste?

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Die Entscheidung nach dem passenden Wasser kannst du nur selbst treffen. Im Grunde genommen gibt es zwei Anhaltspunkte, an denen du dich orientieren kannst.

Zum einen ist das der eigene Geschmack, zum anderen der Preis. Die Frage, ob du Sprudelwasser bevorzugst oder das Wasser eher pur trinken möchtest, wirst du mit Sicherheit schnell beantworten können . Damit kannst du die Auswahl schon einmal eingrenzen.

Im Folgenden überlegst du, welches Wasser vom Budget am besten zu dir passt. Heilwasser ist mit Abstand die teuerste Sorte, gefolgt von Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser.

Eine Alternative wäre z. B. selbst gesprudeltes Wasser oder einfach unbehandeltes Leitungswasser. Diese beiden Arten sind deutlich günstiger.

Fazit

Unterm Strich ist die Vielfalt von Wasser größer als gedacht. Bei 8 verschiedenen Wassersorten stehen dir alle Möglichkeiten offen. Praktisch hat jede Sorte ihren eigenen Weg hinter sich, bis sie bei dir ins Glas fließt. Auf jeden Fall hast du jetzt den vollen Durchblick, wenn es ums Thema Wasser geht.